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Schülerbefragung im Landkreis

Das Regionale Übergangsmanagement hat im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge im Schuljahr 2009/10 durch die DSA Dresden GmbH eine schriftliche Befragung von Schülerinnen und Schülern der Vorabgangs- und Abgangsklassen der Mittel- und Förderschulen zum Thema "Berufsorientierung und  Berufswunschverhalten" durchführen lassen. Auf dieser Seite stellen wir Ihnen die wichtigsten Ergebnisse zu den Themenbereichen

 

 

vor.  Den gesamten Bericht können Sie sich als PDF am Ende dieser Seite herunterladen.

 

 

Überblick

Insgesamt beteiligten sich von 25 Mittelschulen und Schulen zur Lernförderung im Landkreis 19 Schulen an der Befragung. Von den 2.708 angesprochenen Jugendlichen der Klassenstufen 8 bis 10 gaben 557 Jugendliche einen ausgefüllten Fragebogen zurück. Dies entspricht einer Teilnahmequote von 20,6 %. Mit 24 % nahmen deutlich mehr Mädchen an der Befragung teil als Jungen (17,5 %). Bezogen auf die Schularten beteiligten sich in den Förderschulen etwa doppelt so viele Jugendliche wie in den teilnehmenden Mittelschulen. » zur Grafik 

 

 

Berufs- und Ausbildungswünsche


Auf die Frage nach den eigenen Berufswünschen gaben 523 Jugendliche (93,9 %) mindestens einen Berufswunsch an. Rund 80 % nannten darüber hinaus noch einen zweiten und 50 % auch einen dritten Berufswunsch. 6,1 % der jungen Menschen besaßen hingegen noch keine konkrete Berufsvorstellung. Differenziert nach Klassenstufen lässt sich feststellen, dass vor allem in der Klassenstufe 8 Jugendliche (8 %) noch keinen konkreten Berufwünsche benennen konnten. Auch in Klassenstufe 10 besitzen noch immer 3 % der Befragten keine konkrete Berufsvorstellungen.
Die Breite des Spektrums der angegebenen Berufswünsche variiert in der Klassenstufe 10 (142 verschiedene Berufe) gegenüber der Klassenstufe 8 (195 verschiedene Berufe) deutlich. Durch die praxisnahe Auseinandersetzung mit den eigenen Fähigkeiten und den Anforderungen in unterschiedlichen Berufsfeldern findet in diesem Zeitraum eine Konkretisierung möglicher Berufswege und damit eine Reduzierung möglicher Ausbildungsberufe statt.
 
Unter den insgesamt 290 genannten Berufswünschen der befragten Schülerinnen und Schüler liegt der/die Erzieher/in noch vor dem/der Koch/Köchin und dem/der Kraftfahrzeugmechatroniker/in. Differenziert nach Geschlecht ist bei den Mädchen mit Abstand der Beruf der Erzieherin besonders beliebt, gefolgt von der Tierpflegerin und der Köchin. Bei den Jungen steht der Beruf des Kraftfahrzeugmechatronikers an erster Stelle, noch vor dem Koch und dem Tischler.

 

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Kriterien für die Berufswahl

Bei der Frage nach Entscheidungskriterien für einen bestimmten Beruf spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle. Für 87 % der befragten Schülerinnen und Schüler ist das Kriterium "einen sicheren Arbeitsplatz haben" sehr wichtig, gefolgt von "das tun, was mir Spaß

macht" (73 %), "etwas Praktisches tun" (53 %) und "mit Menschen arbeiten" (52 %).

 

 

Die Bewertung aller Jugendlichen macht deutlich, dass es zu positiven als auch negativen Konzentrationen kommt. Durch Zusammenfassung der Merkmale „sehr wichtig“ und „wichtig“ kann diese Konzentration erhöht und in einem Ranking dargestellt werden.

 

In erster Linie wird die Berufswahl vom Vorhandensein eines sicheren Arbeitsplatzes bestimmt und erst mit Abstand von den Verdienstmöglichkeiten (Rang 4). Ebenfalls großen Einfluss auf die Berufsentscheidung haben die Kriterien „etwas tun, was mir Spaß macht“ (Rang 2), „eigenen Interessen nachgehen können“ (Rang 3) und „etwas Praktisches tun“ (Rang 5).

 

Hingegen halten nur ca. 20 % der Jugendlichen „die Beschäftigung mit gesellschaftlichen/ politischen Problemen“ und „wissenschaftlich arbeiten“ im Beruf für wichtig bis sehr wichtig. Auch „in eine leitende Position gelangen“ und „hohes Ansehen haben“ ist nur für die Hälfte der Befragten von Bedeutung bei der Berufswahlentscheidung. Mit diesem Ranking wird deutlich, wo Gespräche mit Jugendlichen ansetzen sollten, um falsche Vorstellungen abzubauen bzw. bisher nur wenig beachtete Gründe für eine Berufsentscheidung verstärkt in den Mittelpunkt zu rücken.

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Erlangung eines Ausbildungsplatzes

Von den teilnehmenden Jugendlichen hatten zum Befragungszeitpunkt nur 5,3 % einen Ausbildungsplatz[1]. Die Jugendlichen, die bereits einen Ausbildungsplatz vorweisen können, haben diesen zu 82,7 % im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, im Nahbereich bzw. Umkreis des Wohnortes bis 50km.
 
Die Schülerinnen und Schüler ohne Ausbildungsplatz wurden gebeten, ihre Chancen einzuschätzen, den gewünschten Platz in den angegebenen Regionen zu bekommen. Als schwierig aber machbar sahen dabei mehr als die Hälfte der Jugendlichen die Chance, den gewünschten Ausbildungsplatz im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (55,4 %) bzw. in benachbarten Landkreisen (57,5 %) zu bekommen. Ähnliche Chancen auf einen Ausbildungsplatz irgendwo anders in Sachsen rechnen sich 45,3 % der jungen Menschen aus. Als problemlos hingegen schätzten 44,2 % der befragten Jugendlichen ihre Möglichkeiten ein, den gewünschten Beruf in anderen Bundesländern zu erlernen.
 

Ungeachtet dieser Einschätzung möchten zwei Drittel der Befragten eine Ausbildung im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, im Nahbereich bzw. Umkreis des Wohnortes bis 50km aufnehmen.

 

 

Zwischen 79 % und 83 % der Jugendlichen sehen gute bis machbare Chancen, im gelernten Beruf später Arbeit zu finden. Falls dies wider Erwarten nicht möglich sein sollte, gaben sie als Ursachen für mögliche Abwanderungen folgende Gründe an:
· Hier gibt es zu wenige Arbeitsplätze (64,4 %)
· Hier gibt es zu geringe Verdienstmöglichkeiten (32,2 %)
· Ich möchte andere Regionen kennen lernen (21,5 %).

 

Deutlich wird, dass die Entscheidung zum Verlassen der Heimatregion in erster Linie vom Vorhandensein eines Arbeitsplatzes und erst mit Abstand von den Verdienstmöglichkeiten bestimmt wird.

 

Als allgemeine Berufsperspektive sehen rund 42 % der Jugendlichen ein solides Arbeitsverhältnis in Wirtschaft bzw. Handwerk. Dabei liegen die Jungen mit 54 % weit vor den Mädchen mit 32 %. Bei den Mädchen (41%) dominiert der Wunsch, Arbeiterin oder Angestellte
im Öffentlichen Dienst zu werden. Den Aufstieg in eine mittlere Führungsposition sehen vor allem die Jungen mit 17 % gegenüber den Mädchen mit nur 7,5 %. Eine freiberufliche/unternehmerische Selbständigkeit streben mit rund 14 % sowohl die Mädchen als auch die
Jungen an.

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Berufsorientierung

Aus der Befragung geht hervor, dass sich rund 80 % der Jugendlichen bisher bereits über ihren Wunschberuf informiert haben. Besonders das Schulpraktikum, sowie Ausbildungsmessen sowie der Rat von Freunden und Familie tragen demnach zur Schärfung der Berufswahl bei.

Viele wertvolle Angebote zur Berufsorientierung bleiben allerdings von jungen Menschen ungenutzt (siehe Grafik). Auch die Frage der Mobilität spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. So gaben die jungen Menschen an, dass sie in erster Linie von Angeboten Gebrauch machen, die sich in Wohn- bzw. Schulortnähe befinden bzw. innerhalb des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge stattfinden.

 

 

Auch die aus bereits vorliegenden Studien bekannte zentrale Bedeutung der Eltern im Prozess der Berufsorientierung wurde bestätigt: Eltern sind für die befragten Jugendlichen die wichtigsten Bezugspersonen. Gleichwohl können auch andere Ansprechpartner ihre Unterstützungsmöglichkeiten zielgenauer ausrichten und bewusster dort ansetzen, wo Elternteile nicht vollständig diesen Bereich abdecken können. Ausbilder, Auszubildende und Geschäftsführer aber auch Lehrer halten demzufolge notwendige Informationen für die jungen Menschen bereit, die sie bei der Berufswahl gezielt unterstützen können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Sie möchten mehr wissen?

Den gesamten Auswertungsbericht der Schülerbefragung zur Berufsorientierung und zum Berufswunschverhalten "Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge - Perspektive Zukunft?" im Schuljahr 2009/10 können Sie sich hier kostenlos herunterladen.

» Auswertungsbericht Schülerbefragung 2009/10

 

    Regionales Übergangsmanagement Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

    Zehistaer Straße 9 in 01796 Pirna

    Tel.: 03501 / 515408

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[1] Die Ursachen für den niedrigen Prozentsatz hängen unter anderem mit dem Befragungszeitraum, dem geringeren Befragungsanteil an Zehntklässlern im Vergleich zu Neun- und Achtklässlern und mit dem Fakt zusammen, dass Teilnehmer aus Vorabgangsklassen sich noch nicht bewerben.

 

 

 


 

16.12.2019 - 09:03:49